"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ 


Friedrich von Schiller

Spielen zählt von Natur aus zu jenen Beschäftigungen, bei denen sowohl das eigene Interesse als auch das persönliche Zutrauen für eine Tätigkeit gegeben ist. Frei spielende Kinder wählen das, wozu sie sich hingezogen fühlen und es überfordern sich selbst dabei nicht, sondern suchen sich dafür vielmehr einen optimalen Anforderungslevel aus. Ihr Motor ist die liebevolle Neugierde an unserer Welt. Ihr Wegweiser für ihre Entscheidungen ist die Freude.


Wenn Kinder diesem Prinzip, dem eigenen Interesse zu folgen und ihm Raum zu geben, konsequent treu bleiben können, werden sie dadurch in ihren eigenen, individuellen Stärken wachsen und im Laufe der Zeit ihre persönliche Berufung leichter erkennen können.


Hat ein Mensch ausreichend die Gelegenheit dazu, das zu tun, wozu er sich in seinem tiefsten Inneren berufen fühlt, dann wird er auch die anderen notwendigen Arbeiten, die der Alltag so mit sich bringt mit Leichtigkeit und Freude erledigen können, weil in ihm nicht mehr die Traurigkeit schlummert, seiner Sehnsucht nicht gefolgt und sich selbst untreu geworden zu sein. Genau unsere ungelebten Potentiale bewirken nämlich, dass wir uns unzufrieden fühlen und dass uns dann die Lust zu allem anderen auch mehr und mehr verloren geht.